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Leinenservietten nähen mit Briefecken

von Veronika
Leinenservietten nähen mit Briefecken

Leinen hat eine eigene Qualität. Es hat eine angenehme Haptik, fällt schwerer als Baumwolle und wird mit der Zeit eher noch schöner. Gute Leinenservietten hast Du viele Jahre. Genau deshalb arbeite ich bei Servietten nicht mit einfachen Umschlägen, sondern mit Briefecken.

Der Mehraufwand ist überschaubar, macht aber einen deutlichen Unterschied. Die Kanten liegen sauber, nichts trägt auf, und die Serviette wirkt insgesamt stimmiger. Das Auge nimmt diese Details unbewusst wahr und genau deshalb lohnt es sich so.

Material

Zuschnitt pro Serviette:
48 × 48 cm (ergibt eine Endgröße von 45 × 45 cm)

Für 6 Servietten benötigst Du:
ca. 100 cm Leinenstoff (bei 140 cm Stoffbreite)

Zuschnitt der Leinenservietten

Die fertigen Servietten haben eine Größe von 45 × 45 cm. Der Saum wird zweimal eingeschlagen: Der erste Umschlag beträgt 1 cm, der zweite 2 cm. Das sorgt dafür, dass die Kante stabil ist, ohne zu dick zu wirken. So ergibt sich ein Zuschnittmaß von 48 × 48 cm.

Leinenstoff für Servietten auf Marmortisch zuschneiden

Schneide die Quadrate mit einem Lineal und einem Rollschneider möglichst exakt zu. Achte darauf, möglichst im Fadenlauf zu arbeiten: Das verhindert, dass sich die Servietten später verziehen.

Kanten vorbereiten

Alle vier Seiten werden zunächst 1 cm nach innen eingeschlagen und gebügelt. Das geht am besten, wenn Du Dir den Abstand mit dem Trickmarker vorher anzeichnest, damit er schön gerade wird.

Die Saumkante wird mit Hilfe eines Trickmarkers angezeichnet und umgebügelt.

Anschließend werden die Kanten nochmal 2 cm nach innen gefaltet (auch diesen Rand markierst Du Dir am besten wieder). So sieht das dann aus:

eingeschlagene und gebügelte Kante (1cm und 2 cm) einer Leinenserviette nach dem Bügeln

Briefecken nähen

Falls noch nicht geschehen, ziehe mir Hilfe des Trickmarkers und des Lineals die innere Umschlagkante nach. Öffne nun den 2-cm-Umschlag wieder (den Umschlag mit 1 cm lässt Du gefaltet). Falte nun eine Ecke nach innen zum vorher markieren Eckpunkt:

Gebügelter Saum wird zur Ecke gefaltet

Fixiere die Ecke und bügle die neue Kante anschließend gut:

Die zuvor ermittelte Ecke wird umgebügelt.

Öffne die Ecke wieder und markiere Dir mit dem Trickmarker die neue Bügelkante:

Anfang und Ende der gebügelten Ecke werden mit einem Trickmarker markiert.

Falte nun die Ecke rechts auf rechts (die spätere Oberseite liegt also innen) exakt aufeinander und stecke sie fest. So entsteht die Grundlage für eine saubere, flach liegende Ecke:

Die neue Kante wird rechts-auf-rechts gefaltet und der Rand exakt aufeinandergesteckt.

Nähe nun die Ecke entlang der zuvor markierten Diagonale mit der Nähmaschine (Stichlänge 2,5). Denk daran, die Naht am Anfang und Ende zu verriegeln:

Briefecke an der Nähmaschine nähen

Ecke zurückschneiden und wenden

Schneide die überschüssige Stoffspitze knappkantig zurück:

Stoffspitze zurückschneiden

Damit die Ecke später schön flach liegt, falte die gekürzte Nahtzugabe auseinander und bügle sie:

Die übrige Nahtzugabe wird gebügelt

Wende anschließend die Ecke und forme sie vorsichtig, aber gut aus (z.B. mit Hilfe eines spitzen Bleistifts):

Die Stoffspitze wird gewendet und ausgeformt

Fertig ist Deine Briefecke! Das wiederholst Du nun für alle vier Ecken der Leinenserviette.

Kanten nähen

Bügle anschließend nochmals alle Kanten und fixiere sie mit Stoffklammern:

Kanten mit Briefecken bügeln und mit Stoffklammern fixieren

Steppe nun den Umschlag rundum knappkantig mit einem Geradstich ab (Stichlänge 3). Wenn Du an einer Ecke angekommen bist, lass dort die Nadel im Stoff versenkt, hebe den Nähfuß, drehe den Stoff um 90° und senke den Nähfuß wieder:

Verriegle die Naht, sobald Du am Ende angekommen bist.

So sieht die fertige Leinenserviette mit Briefecken aus:

Fertige Leinenserviette mit edlen Briefecken

Falten und Anrichten

So sieht die fertige Serviette aus:

Warum sich Briefecken lohnen

Briefecken sind kein notwendiger Schritt, aber sie machen ein entscheidender Unterschied: Die Kanten schließen sauber ab, nichts trägt auf, und die Serviette behält ihre Form – auch nach dem Waschen.

Gerade bei Leinen fällt das sofort auf. Das Material hat Struktur und Gewicht. Es reagiert auf jede Ungenauigkeit – und belohnt sauberes Arbeiten. Wer das verinnerlicht hat, kann diesen kleinen Kniff auch auf andere Projekte übertragen.

Und wenn Du gern mit einfachen, natürlichen Materialien arbeitest, schau Dir doch mal meinen Beitrag Lunch Bag aus Canvas nähen an. Die Lunch Bag fasst sich ebenfalls toll an und ist ein idealer Alltagsbegleiter – ich selber nutze sie fast jeden Tag.

Fazit: Leinenservietten nähen mit Briefecken

Leinenservietten mit Briefecken zu nähen dauert etwas länger, ist aber handwerklich klar und dauerhaft. Das Ergebnis wirkt ruhig, präzise und fügt sich selbstverständlich in den gedeckten Tisch ein.

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