Sobald die ersten Rhabarberstangen auf dem Markt liegen, beginnt für mich die Einkochsaison. Diese Rhabarber-Himbeer-Konfitüre gehört jedes Jahr zu den ersten Gläsern, die ich fülle. Die frische Säure des Rhabarbers trifft auf die milde Süße der Himbeeren – ergänzt durch etwas Vanille, die die Aromen abrundet, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Die Zubereitung ist unkompliziert. Entscheidend sind ein gutes Verhältnis von Süße und Säure, sorgfältiges Einkochen und saubere Gläser. Dann hält sich der Geschmack des Frühlings problemlos im Vorratsschrank.
Zutaten
- 700g Rhabarber, geschält und gewogen
- 300g Himbeeren, frisch oder tiefgekühlt
- 1/2 Stange Vanille
- 1/2 Zitrone
- 500g Gelierzucker (2:1)
Anleitung
- Den Rhabarber waschen, schälen und in ca. 1cm breite Stücke schneiden.
- Die Himbeeren verlesen, abspülen und zusammen mit dem Rhabarber in einen ausreichend großen Topf geben. (Tiefgekühlte Himbeeren können noch gefroren hineingegeben werden.)
- Die Vanillestange quer halbieren (so trocknet die Hälfte, die Ihr nicht braucht, nicht so schnell aus). Die halbe Vanillestange mit einem scharfen Messer längs halbieren, das Mark mit dem Messerrücken herausstreifen und samt der Stange mit in den Topf geben.
- Die Zitrone auspressen und darübergießen.
- Den Gelierzucker ebenfalls zugeben, einmal durchmischen und alles etwa zwei Stunden bei Raumtemperatur ziehen lassen.
- Den Topfinhalt auf den Herd setzen und langsam erhitzen, dabei immer wieder umrühren, damit sich am Boden nichts festsetzt. Sobald es kocht, die Vanillestange entfernen und alles mit dem Pürierstab zerkleinern. Dabei bestimmt Ihr selbst, wie glatt oder stückig Ihr es haben wollt.
- Danach vier Minuten sprudelnd kochen lassen. Dabei ab und zu umrühren, um ein Anbrennen zu verhindern.
- Wer sich unsicher ist, ob die Masse ausreichend gekocht ist, kann eine Gelierprobe machen: Dafür etwas Konfitüre auf einen kalten Teller geben und abkühlen lassen. Wenn die Konfitüre fest wird, ist sie fertig. Bleibt sie flüssig, noch weitere fünf Minuten bei großer Hitze unter Rühren kochen lassen und die Gelierprobe wiederholen.
- Die Konfitüre in zuvor heiß ausgespülte bzw. sterilisierte Schraubgläser einfüllen (das geht am besten mit einem Trichter), zudrehen, etwa 5 Minuten kopfüber auf den Deckel stellen und danach abkühlen lassen. Die Konfitüre hält sich so mehrere Monate.
Das richtige Verhältnis von Rhabarber und Himbeeren
Rhabarber bringt von Natur aus eine ausgeprägte Säure mit und enthält deutlich weniger Fruchtzucker als viele andere Früchte. Himbeeren gleichen diese Frische aus, ohne sie zu überdecken. Für eine ausgewogene Rhabarber-Himbeer-Konfitüre ist deshalb das Verhältnis der beiden Früchte entscheidend.
Je nach Reifegrad kann der Rhabarber unterschiedlich intensiv schmecken. Junge, zarte Stangen sind milder, später geerntete kräftiger und säurebetonter. Ein kurzes Probieren der rohen Stücke hilft, die Süße entsprechend anzupassen.
Wenn Du Rhabarber lieber direkt als Dessert genießen möchtest, findest Du hier auch mein Rhabarberkompott mit Orange und Joghurt-Sahne – eine etwas frischere Variante für die Saison.
Vorbereitung und Einkochen
Rhabarber sollte gründlich gewaschen und bei Bedarf von groben Fasern befreit werden. Meist reicht es, die Enden zu entfernen. Anschließend schneidest Du ihn in kleine Stücke, damit er gleichmäßig gart und später gut zerfällt.
Die Himbeeren können frisch oder tiefgekühlt verwendet werden. Tiefgekühlte Früchte eignen sich besonders gut, da sie beim Auftauen Saft ziehen und sich gleichmäßig mit dem Rhabarber verbinden.
Sauberes Arbeiten ist beim Einkochen entscheidend. Gläser und Deckel sollten sterilisiert sein, bevor die heiße Konfitüre eingefüllt wird. Nach dem Verschließen empfiehlt es sich, die Gläser für einige Minuten auf den Kopf zu stellen, damit sich ein Vakuum bildet.
Gelierprobe und Konsistenz
Unabhängig davon, welchen Gelierzucker oder welche Gelierhilfe Du verwendest: Die Gelierprobe ist entscheidend. Gib dazu einen kleinen Löffel der heißen Konfitüre auf einen kalten Teller. Wird sie nach kurzer Zeit fest, ist sie fertig. Andernfalls sollte sie noch ein bis zwei Minuten weiterkochen.
Die Konsistenz kannst Du außerdem über die Stückgröße beeinflussen. Für eine feinere Textur lässt sich die Fruchtmasse nach dem Kochen durch ein Sieb streichen. So werden die Himbeerkerne entfernt und die Rhabarber-Himbeer-Konfitüre wird besonders glatt. Ich lasse sie meist drin – sie gehören für mich dazu.
Konfitüre oder Marmelade – was ist der Unterschied?
Streng genommen handelt es sich bei diesem Rezept um eine Konfitüre. Laut Konfitürenverordnung darf als Marmelade ausschließlich ein Produkt aus Zitrusfrüchten bezeichnet werden. Zubereitungen aus anderen Früchten – wie Rhabarber und Himbeeren – heißen korrekt Konfitüre.
Eine verständliche Erklärung zur rechtlichen Unterscheidung findest Du hier in der Übersicht zur Konfitürenverordnung.
Im Alltag werden beide Begriffe häufig synonym verwendet. Wer es genau nehmen möchte, bleibt bei der korrekten Bezeichnung.
