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Faltbare Sitzkissen nähen

von Veronika
Das faltbare Sitzkissen ist einfach zu nähen und macht im Park, beim Picknick oder im Stadion eine gute Figur.

Fürs Picknick mit Freunden, für einen ausgedehnten Spaziergang oder abends am Lagerfeuer: Eine warme Sitzunterlage ist Gold wert. Damit sie gut in den Rucksack passt, muss sie leicht auf ein transportables Maß gebracht werden können und noch dazu sehr leicht sein. Ich zeige Euch heute, wie Ihr dieses faltbare Sitzkissen ganz einfach selber nähen könnt.

Wie die meisten von Euch war auch in den letzten Monaten sehr viel draußen unterwegs. Gerade jetzt im Mai ist es ein Erlebnis, wie schnell sich die Natur jeden Tag verändert! Auch das Picknick im Freien habe ich wieder entdeckt – und mich gefragt, warum ich das eigentlich so lange nicht mehr gemacht hatte… das Einzige, was immer leicht unpraktisch ist, ist die Sitzsituation. Feuchte Wiesen, kalte Steinmauern und erdiger Waldboden sind ohne Sitzunterlage ja nicht sonderlich einladend. Vom Wandern kannte ich diese ultraleichten, faltbaren Sitzkissen aus dem Outdoorbedarf, allerdings sind sie in Sachen Stil nicht sonderlich weit vorn.

Also habe ich mir Gedanken gemacht, ob man Sitzkissen für unterwegs nicht auch schöner gestalten kann, ohne Abstriche in der Funktionalität machen zu müssen. Funktional heißt für mich: Das Sitzkissen muss natürlich groß genug sein, um darauf sitzen zu können. Aber so klein, dass man es problemlos transportieren kann. Deshalb muss es auch leicht sein. Und: Es muss vor allem isolieren, um von unten her trocken und warm zu bleiben.

Man kann!

Faltbares Sitzkissen to go mit kleiner Außentasche

Dieses faltbare Sitzkissen könnt Ihr ganz einfach selber nähen. Es erfüllt all die oben genannten Kriterien – und ich finde, es macht nicht nur im Rucksack, sondern auch in der Handtasche eine gute Figur. Damit könnt Ihr Euch auch mal in der Stadt mit Freunden im Café treffen (wo es ja im Außenbereich oft diese Stühle aus Aluminium gibt, durch die der Wind pfeift), auf dem Spielplatz stilvoll neben dem Sandkasten Platz nehmen oder – sobald wieder möglich – ins Stadion gehen (gerade wenn Ihr dort Stehplätze habt und nicht wisst, auf welcher kalten Steintreppe Ihr Eure Pausengetränk einnehmen könnt, werdet Ihr an mich denken).

Und: Keine Angst vor der Nähmaschine! Das Projekt ist auch für Anfänger völlig geeignet. Los geht’s!

Material

Hier ist das Material, das ich verwendet habe, um das faltbare Sitzkissen zu nähen:

Für das Sitzkissen:

  • Beschichteter Baumwollstoff (30 x 40 cm) für die Vorderseite
  • Outdoorgeeigneter, wasserundurchlässiger Polyesterstoff (30 x 40 cm) für die Rückseite (Ihr könnt natürlich auch die gleichen Stoffe für Vorder- und Rückseite verwenden)
  • Autoscheiben-Thermofolie (die im Winter das Einfrieren der Frontscheibe verhindert; ebenfalls ca. 30 x 40 cm, wobei die Folie in einzelne Segmente geschnitten wird, s.u.)
  • Baumwoll-Schrägband (ca. 150 cm lang)
  • Gummiband (2 cm breit, 27,5 cm lang)
  • farblich passendes Garn
  • Trickmarker oder Schneiderkreide
  • Maßband
  • Näh-Clips zum Feststecken (besser keine Stecknadeln)
  • Schere
Das verwendete Material für das faltbare Sitzkissen

Für die Tasche zusätzlich:

  • Rest der beiden Sitzkissen-Stoffe
  • Baumwollkordel (3 mm breit, ca. 46 cm lang)
  • passender Kordelstopper (optional)
  • kleine Sicherheitsnadel

Und so näht Ihr das faltbare Sitzkissen:

Zunächst schneidet Ihr die Stoffe für die Vorder- und Rückseite auf eine Größe von 30 x 40 cm zu. Diese Größe habe ich gewählt, weil sie für die meisten ausreichend groß in Länge und Breite ist. Aber natürlich steht es Euch frei, die Größe individuell anzupassen.

Legt die Stoffe für Vorder- und Rückseite rechts auf rechts aufeinander (also die Seiten jeweils außen, die später auch zu sehen sein sollen) und fixiert sie am Rand gut mit Näh-Clips. Bitte verwendet dafür keine Stecknadeln, da diese Spuren im beschichteten Stoff hinterlassen könnten.

Die Stoffe der Vorder- und Rückseite werden aufeinander gelegt und einmal mittig längs zusammengenäht.

Das Sitzkissen soll ja faltbar sein, deshalb kümmern wir uns zunächst um diese Faltung. Ich habe mich dazu entschieden, das Kissen später zunächst einmal längs zu falten und im Anschluss die Teile rechts und links eingeklappt werden sollen, so dass das Kissen insgesamt sechs Segmente bekommen wird. Da die Thermofolie später nicht als eine ganze Fläche zwischen Vorder- und Rückseite liegt, sondern in Teilen in die einzelnen Stoffsegmente eingesteckt wird, müssen diese zunächst genäht werden.

Dafür markiert Ihr Euch mit einem Trickmarker oder Schneiderkreide zunächst die Mitte der langen Seite der Rückseite. Steppt entlang dieser Linie mit eine Geradstich (Stichlänge 3,5) fest und verriegelt Anfang und Ende durch kurzes Vor- und Zurücknähen. (Bitte achtet darauf, dass die Stichlänge nicht zu kurz ist, denn der beschichtete Stoff wird duch die Nadel wie perforiert, so dass bei einer zu kurzen Stichlänge die Gefahr besteht, dass die Naht ausreißt.)

Mein Tipp:

Beschichtete Stoffe lassen sich von der Nähmaschine schwerer transportieren als etwa einfache Baumwolltstoffe, außerdem verschieben sie sich trotz guter Fixierung leicht gegeneinander. Aus diesem Grund liegt bei mir der beschichtete Baumwollstoff unten, der Polyesterstoff oben. Mit der linken Hand unterstütze ich – ganz leicht – ziehend den Stofftransport. So bleiben die Stoffe besser da liegen, wo sie liegen sollen.

Anschließend schließt Ihr die Seitennähte der kurzen Seiten knappkantig auf die gleiche Weise. Bei mir hat die Naht einen Abstand von 0,5 cm zum Rand. Auch hier bitte Anfang und Ende der Nähte verriegeln.

Messt den Stoff nun der Länge nach von Naht zu Naht – bei mir waren das 37,5 cm. Diese Länge drittelt Ihr nun und markiert Euch die jeweiligen Stellen (bei mir 12,5 cm sowie 25 cm ab der Außennaht) wieder mit Trickmarker oder Schneiderkreide. Auch diese Linien schließt Ihr mit einem Geradstich (Verriegeln nicht vergessen). So bekommt Ihr insgesamt sechs Segmente im Kissen. Nur die Längsseiten (oben und unten) sind jetzt noch offen:

Das Sitzkissen mit den fertig eingenähten sechs Segmenten.

Jetzt ist die Isolierung dran. Messt dafür sicherheitshalber nochmals die Länge zwischen den Nähten rechts und links sowie von der Mittelnaht bis zur noch offenen Kante (hier zieht Ihr 0,5 cm für die Naht ab, die ja noch fehlt), da es sein kann, dass dieser Abstand durch das Nähen doch etwas verrutscht. Bei mir war es eine Fläche von 12,5 cm Breite und 14,5 cm Höhe.

Damit sich das Kissen später besser falten lässt, sollte die Thermoeinlage rundum einen Abstand von 0,5 cm zu jeder Naht haben – in meinem Fall muss ein Thermofolien-Segment also 11,5 x 13,5 cm groß sein. Das schneidet Ihr insgesamt 6x aus…

In Stücke geschnittene Auto-Thermofolie wird zwischen Vorder- und Rückseite gesteckt.

…und schiebt es in die noch offenen Segmente:

Die zugeschnittenen Thermo-Folien-Stücke werden in die offenen Segmente gesteckt.

Nun geht es an den Rand. Dafür legt Ihr das Kissen kurz beiseite und kümmert Euch um das Gummiband, das das Kissen später zusammen hält. Da das Kissen gefaltet eine Höhe von 14,5 cm haben wird, sollte das Gummiband ein bisschen kürzer sein. So sitzt es später gut fest und verrutscht nicht. Ich habe deshalb eine Länge von 27,5 cm (gefaltet also ca. 13,7 cm) gewählt.

Das Gummiband faltet Ihr einmal in der Hälfte und näht es am offenen Ende mit einem Geradstich gut zusammen (2-3 x vor und zurück), damit es später nicht ausreißt:

Der Gummizug, der das Kissen später zusammengefaltet hält, wird an den Enden zusammengenäht.

Bevor es ans Einfassen des Rands mit Schrägband geht, könnt Ihr noch die Ecken des Kissens abrunden. Ich habe das gemacht, damit sich das Schrägband später schöner um die Ecken legt und nicht so spitz verläuft. Das ist aber Geschmackssache. Falls Euch das so auch besser gefällt: Messt von jeder Ecke aus 2 cm ab und markiert Euch diese Punkte mit einem Trickmarker. Schneidet nun mit einer Schere die Ecken von Punkt zu Punkt ab, so dass das Kissen anschließend so aussieht:

Schneidet die Ecken des Kissens ab, damit sich das Schrägband danach weicher um die Kanten legt.

Auf der Rückseite messt Ihr im rechten oberen Segment außerdem genau die Mitte der noch offenen Kante aus und markiert sie mit zwei Näh-Clips. Das ist die Stelle, an der später das Gummiband eingenäht wird.

Nun folgt das Einfassen des Randes. Ich habe das in diesem DIY schon mal genauer beschrieben – wenn Ihr das noch nie gemacht habt, werft doch einfach mal einen Blick in diesen Artikel.

Faltet zunächst das Schrägband auf, legt es mit der rechten Seite an die offene Kante und fixiert es daran mit Näh-Clips. Achtet darauf, dass die Thermofolie nicht mit festgeheftet wird, sondern weit genug nach innen geschoben ist. Da das Ende des Schrägbands später sichtbar ist, beginne ich damit immer an einer möglichst unauffälligen Stelle, z.B. rechts am unteren Rand. So fällt die Stelle später kaum auf.

Das Schrägband wird auf der Rückseite bündig am Rand mit Näh-Clips befestigt.

Am Anfang lasst Ihr etwa 4 cm frei und beginnt dann, das Schrägband bündig zum Rand festzusteppen (auch hier Anfang und Ende verriegeln!). Die Nadel liegt dabei etwa 1 mm rechts von der Faltung des Schrägbands.

Das Schrägband wird bündig zum Rand etwa 1 mm rechts von der Faltung festgesteppt.

Ihr könnt das Schrägband zwar auch feststecken, ich finde aber, dass es sich am besten frei mit der Hand führen lässt, weil man so flexibler ist. Geht an den Ecken langsam vor und hebt den Nähfuß (bei in den Stoff versenkter Nadel) an, um das Kissen per Hand mit jedem Stich etwas weiter zu drehen. So erhaltet Ihr später eine schöne, gleichmäßige Ecke.

An den Ecken wird das langsam festgenäht und die Bündigkeit immer wieder kontrolliert.

So näht Ihr das Schrägband einmal rundum fest. Achtung, nicht vergessen: An der zuvor mit Näh-Clips markierten Stelle legt Ihr das Gummiband ein…

An der zuvor markierten Stelle legt Ihr das Gummiband in die Naht ein.

…und näht es bündig mit ein. Näht an dieser Stelle 2-3 mal vor und zurück, so dass das Band sicher fixiert ist und nicht ausreißen kann.

Das Gummiband (der spätere Verschluss) wird mit eingenäht.

Seid Ihr am Ende angekommen, hebt Ihr die ca. 4 cm frei gelassenes Anfangsende und näht darunter bis zum Ende weiter. Schneidet das Band am Ende ab und verriegelt die Naht. Anschließend klappt Ihr das Schrägband auf die Vorderseite um und bügelt es (wegen der Beschichtung bitte vorsichtig und nicht ganz so heiß) glatt.

Klappt nun das Schrägband ein und näht es knappkantig auf dem Kissen fest. Dafür beginnt Ihr am Ende der vorherigen Naht und näht sozusagen jetzt in die Gegenrichtung. Als Orientierung fürs Festnähen dient Euch ebenfalls diese erste Naht von der Gegenseite, die Ihr darunter noch erkennen könnt. Wichtig ist, dass sich die Naht auf Vorder- und Rückseite jeweils auf dem Schrägband befindet.

Wenn vorhanden, könnt Ihr auf der Vorderseite seitlich auch noch Euer eigenes Label einnähen.

Anschließend wird das Schrägband umgeklappt und von der Vorderseite her festgenäht.

Seid Ihr hier am Ende angekommen, stehen ja noch die 4 cm vom Anfang über. Klappt das offene Ende ca. 2 cm ein, streicht mit dem Fingernagel über den Knick und näht das Ende dann mit umgelegter Kante fest. Damit ist das Sitzkissen fertig!

Aufbewahrungstasche für das faltbare Sitzkissen nähen

Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr noch eine kleine Aufbewahrungstasche für das faltbare Sitzkissen nähen. Ich hatte vom Zuschnitt noch Stoffreste übrig, die sich wunderbar dafür geeignet haben. Ich habe sie zunächst aneinander genäht (natürlich könnt Ihr die Tasche auch aus einem Stück Stoff nähen) und inkl. Nahtzugaben auf eine Größe von 32 x 19 cm zugeschnitten. Wenn Euer Sitzkissen eine andere Größe hat als meines, messt einfach den Umfang des gefalteten Kissens zur Seite und nach oben und gebt jeweils ca. 1 cm an allen Seiten zu.

Für den Tunnelzug habe ich den oberen Rand zunächst 0,5 cm umgeschlagen und (vorsichtig unter einem Geschirrtuch) festgebügelt sowie ein weiteres Mal etwa 1 cm eingeschlagen und diese Kante ebenfalls gebügelt:

Aus Stoffresten könnt Ihr noch eine kleine Aufbewahrungstasche nähen.

Zunächst schließt Ihr (mit einem farblich passenden Garn, hier türkis) den doppelt umgeschlagenen Rand oben für den Tunnelzug mit einer knappkantigen Naht. Die Seiten bleiben offen, um die Kordel hineinstecken zu können. Ein Versäubern des Randes ist aufgrund der Beschichtung des Stoffs nicht nötig, da er nicht ausfransen kann.

Faltet die Tasche rechts auf rechts aufeinander (also die schönen Stoffseiten innen) und schließt die Seiten- und die Bodennaht in einem. Achtung: Den späteren Tunnelzug bitte freilassen! Wenn Ihr genau hinschaut, seht Ihr, dass ich zwei verschiedene Garnfarben benutzt habe, um sie dem Stoff anzupassen. Das könnt Ihr machen, es ist jedoch kein Muss.

Zuerst wird der Tunnelzug genäht, danach die Seiten- und die Bodennaht der Tasche geschlossen.

Greift in die Tasche hinein und wendet sie auf rechts. Jetzt wird noch die Kordel eingefädelt: Ich habe dafür den oberen Rand ausgemessen, die gemessene Länge verdoppelt und seitlich jeweils 6 cm hinzugerechnet, damit sie etwas übersteht. So kam ich auf eine Kordellänge von 46 cm, auch das kann bei Euch natürlich abweichen.

Fädelt die Kordel an einer kleinen Sicherheitsnadel auf und schiebt sie durch den Tunnel, bis die Kordel auf der anderen Seite wieder zu sehen ist. Nun schiebt Ihr noch einen farblich passenden Kordelstopper auf die Enden und verknotet diese miteinander.

Die fertige Aufbewahrungstasche für das faltbare Sitzkissen.

Fertig!

So einfach ist es, das faltbare Sitzkissen to go selbst zu nähen. Es erfüllt alle Anforderungen, hält warm und trocken, ist leicht und klein genug für Handtaschen und schmale Rucksäcke und sieht dazu einfach gut aus.

Die fertige faltbare Sitzunterlage mit Außentasche

Was meint Ihr?

Das faltbare Sitzkissen ist einfach zu nähen und macht im Park, beim Picknick oder im Stadion eine gute Figur.
So klein das faltbare Sitzkissen für den Transport auch ist, so groß ist es als unkomplizierte Sitzunterlage.
Die Aufbewahrungstasche ist schnell genäht und lässt das Sitzkissen unterwegs gut in der Tasche verstauen.
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